Behandlung

Wenn Sie im Internet recherchieren, werden Sie oft lesen, dass man eine Schilddrüsenunterfunktion mit Jodtabletten oder jodhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln behandeln kann. Diese Behandlung wäre aber nur richtig, wenn ein Jodmangel tatsächlich die Ursache Ihrer Unterfunktion wäre.

Allerdings ist ein Jodmangel heutzutage selten, weil die Nahrung in Mitteleuropa viel jodreicher ist als vor einigen Jahrzehnten. Und wenn in manchen Fällen trotzdem Jodmangel auftritt, führt er nicht gleich zur Unterfunktion, sondern zu einem Kropf mit oder ohne zusätzliche Knoten.

Behandlung der Schilddrüse mit Jodtabletten?

Doch Vorsicht, auch nicht jeder Kropf oder Schilddrüsenknoten kommt von einem Jodmangel, und eine Schilddrüsenunterfunktion schon gar nicht. Deshalb sollten Sie von einer Selbstbehandlung mit Jodpräparaten absehen. Seien Sie auch skeptisch, wenn Ihnen ein Arzt ohne genauere Diagnostik nahelegt, Jodtabletten für die Schilddrüse einzunehmen oder konsequent Jodsalz zu konsumieren. Diese Vorsicht ist ebenso bei Algenprodukten angebracht, besonders bei Meeresalgen – auch solche natürlichen Mittel können gesundheitsschädlich oder individuell unverträglich sein.

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Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion

Vor einer Behandlung sollte die Ursache des Problems geklärt werden: Eine Unterfunktion beruht meistens auf einer Hashimoto-Thyreoiditis, einer Autoimmunerkrankung, die im Lauf der Zeit die Schilddrüse zerstört. Hier hilft Jod gar nichts und kann in größeren Mengen sogar schaden. Hinzu kommt, dass es von vielen Hashimoto-Betroffenen nicht gut vertragen wird.

Wie sieht eine korrekte Behandlung stattdessen aus? Bei einer Schilddrüsenunterfunktion müssen in erster Linie die fehlenden Hormone ersetzt werden. Sie gibt es als Tabletten und als Tropfen, die Betroffenen nehmen jeden Morgen ein Thyroxin-Präparat ein. Diese Therapie mit Hormonen muss meistens ein Leben lang fortgesetzt werden. Sie ist bei korrekter Dosierung unschädlich und meistens gut verträglich.

Probleme bei der Behandlung der Unterfunktion

Früher oder später bekommen die meisten Betroffenen Hormone gegen die Schilddrüsenunterfunktion verschrieben. Wurde die Schilddrüse entfernt, beginnt die Behandlung bald nach der Operation. Der Arzt kontrolliert den TSH-Wert, um die Wirkung der Medikamente zu beobachten und die Dosis anzupassen. Trotzdem geht es vielen Patienten nicht gut, sie haben weiterhin diverse Symptome der Unterfunktion.

Woran kann das liegen? Denkbar sind mehrere Gründe:

  • Die Hormontabletten wurden nicht korrekt eingenommen.
  • Der Arzt hat die Hormone nicht exakt genug dosiert.
  • Die Behandlung richtet sich allein nach dem TSH-Wert.
  • Mache Patienten bräuchten zusätzlich das Hormon T3.
  • Manche bräuchten Selen, Eisen, Vitamin D und weitere Stoffe.
  • Manche Patienten haben noch unbemerkte Begleiterkrankungen.

Was die Dosierung der Hormone angeht, genügt es vielen Hausärzten, wenn der TSH-Wert irgendwo im Normalbereich liegt, was aber recht ungenau ist. Doch viele Ärzte sind mit den Feinheiten der Behandlung nicht vertraut und kommen gar nicht auf die Idee, die Dosierung noch exakter anzupassen und neben dem TSH-Wert und dem kleinen Blutbild noch weitere Laborwerte zu untersuchen. Heutzutage kommt hinzu, dass viele Arztpraxen an den Laborkosten sparen möchten oder müssen. Auch weitere Dinge können zu Problemen führen, zum Beispiel unnötige Wechsel des Hormonpräparats oder des medizinischen Labors.

Gut informierte Patienten sind im Vorteil

Um eine optimale Behandlung zu bekommen, hilft es oft, sich selbst gründlich zu informieren, um die eigene Krankheit und die ärztlichen Befunde zu verstehen. Dann ist es einfacher, fehlende Schritte der Diagnostik gezielt beim Facharzt nachzuholen und die Medikamente individuell anzupassen. Schilddrüsenhormone müssen meist ein Leben lang eingenommen werden, sodass es sich lohnt, sich auch selbst auszukennen.

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