Jeder fünfte Patient psychosomatisch erkrankt?

Jeder fünfte Patient einer Hausarztpraxis sei psychosomatisch erkrankt, behauptet ein Artikel im Ärzteblatt. Diese Einschätzung stammt aus einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), die damit ihr therapeutisches Angebot bewirbt:

Rund zwanzig Prozent aller deutschen Hausarzt-Patienten leiden an körperlichen Beschwerden, für die es keine ausreichende organische Erklärung gibt. Die Symptome der sogenannten somatoformen Störungen reichen von Kopf- oder Rückenschmerzen über Erschöpfung und Atemnot bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Deren Behandlung ist meist schwierig und kostspielig.

Nun, ein Teil der genannten Beschwerden könnte durchaus von einer übersehenen Schilddrüsenerkrankung stammen: Besonders eine anhaltende Erschöpfung ist verdächtig, auch Spannungskopfschmerz kann von der Schilddrüse kommen. Bei Erschöpfung mit ungeklärter Ursache wäre es also sinnvoll, die Betroffenen in eine endokrinologische Praxis zu überweisen, vielleicht auch zu anderen Fachärzten.

Nur weil ein Hausarzt nicht auf die Ursachen diverser Symptome stößt, müssen die Beschwerden noch lange nicht psychosomatisch bedingt sein. Auch manche Arten von Kopf- und Rückenschmerzen lassen mich eher an Neurologie und Physiotherapie denken als an psychosomatische Therapien.

Abnehmen bei Unterfunktion und Hashimoto

Vor kurzem habe ich meinen Ratgeber „Schilddrüsen-Unterfunktion, Hashimoto und Hormone“ aktualisiert. Neu sind seit Ende Oktober die Kapitel „Leben mit Hashimoto“ und „Gewichtszunahme und Insulinresistenz“. Viele an Hashimoto-Thyreoiditis erkrankte Menschen haben durch die Tendenz zur Unterfunktion allmählich zugenommen. Diese zusätzlichen Kilos möchten die meisten nach der Diagnose verständlicherweise wieder loswerden.

Ein wichtiger Punkt dabei ist, die passende Hormondosis zu finden (in diesem Punkt ist der Ratgeber ohnehin sehr ausführlich) und sich vernünftig zu ernähren, um wieder zum früheren Wohlfühl-Gewicht zurück zu finden. Manche schwören dabei auf eine kohlehydratreduzierte Ernährung (Low Carb oder Logi-Methode), besonders bei Insulinresistenz. Weiterlesen

Vitamin-D-Mangel vorbeugen

herbststimmung Ab Oktober steht die Sonne in Mitteleuropa am Horizont so tief, dass die Haut kaum noch Vitamin D bilden kann. Dann werden die im Sommer gebildeten Vorräte im Körper allmählich aufgebraucht, sodass die meisten Menschen im Lauf des Winters einen deutlichen Mangel an Vitamin D bekommen. Das ist bekanntlich ungünstig für die Knochen, kann aber auch Auswirkungen auf das Immunsystem haben.

Es gibt Hinweise, dass das Vitamin-D-Problem besonders Menschen mit einer Autoimmunerkrankung wie der Hashimoto-Thyreoiditis betrifft. Hinzu kommt, dass manche diese Kranken gründlicher untersucht werden, sodass ein Mangel häufiger auffällt, und gut informierte Schilddrüsenpatienten sich besser darum kümmern als die restliche Bevölkerung. Der Vitamin-D-Speicherwert wird nämlich bei gesunden Menschen nicht routinemäßig geprüft, im Blutbild ist er nicht enthalten. Hashimoto, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Überfunktion könnte ein Anlass sein, den Wert beim Arzt messen zu lassen – zum Beispiel beim Endokrinologen, der ihn wegen der Vorerkrankung mit der Kasse abrechnen kann. Weiterlesen