Tageslicht macht gute Stimmung

Habt ihr auch bemerkt, wie schnell die Tage derzeit länger werden? Wenn man nicht das Kalenderjahr, sondern den gesamten Lauf der Sonne betrachtet, haben wir das finsterste Drittel schon hinter uns. Bei vielen Menschen steigt auch die Laune, wenn es auf den Frühling zu geht. Das ist weniger die Vorfreude auf die warme Jahreszeit, sondern hat vor allem mit der steigenden Lichtstärke zu tun.

Das lässt sich gezielt nutzen, indem man tagsüber vor die Tür geht und sich dem natürlichen Licht aussetzt. Das senkt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, hebt die Laune und kann sogar vor einer Winterdepression bewahren, unter der manche Menschen in der dunklen Jahreszeit leiden. Am besten klappt das bei blauem Himmel, aber auch bei bedecktem Wetter bringt es einiges. Nur Vitamin D kann man um diese Jahreszeit in Mitteleuropa noch nicht bilden.

Ich habe mir Ende Dezember in meinem elektronischen Kalender für jeden Tag um die Mittagszeit „Tageslicht tanken“ eingetragen und bekomme sogar automatisch eine Mail zugesandt, die mich täglich vor die Tür schickt. Manchmal klappt das tatsächlich. Ich habe zwar keine Winterdepression, bin aber im Winter schon in einer etwas gedämpfteren Stimmung als im Sommer, und an sonnigen Tagen besser gelaunt als bei trübem Wetter. Außerdem kann Tageslicht am Vormittag oder um die Mittagszeit den Schlafrhythmus normalisieren – ich werde nämlich schnell zur Nachteule, wenn ich nicht bewusst dagegen halte.

Wer das nur selten schafft, könnte auch eine Tageslichtlampe zur Lichttherapie verwenden. Aber ein Spaziergang bietet zusätzlich Bewegung und frische Luft. Wahrscheinlich wäre ein eigener Hund der beste Tageslichttherapeut.

Zum Weiterlesen: Alternativen zur Winterdepression

Depressionen und Schilddrüsenunterfunktion

In diesem Video spricht eine sympathische Frau über ihre Depression, erklärt typische Probleme und gibt Tipps, wie man im Alltag damit umgehen könnte.

In ihren anderen Beiträgen erzählt Userin „Daisy“ von ihrer früheren Unterfunktion, der Diagnose Schilddrüsenkrebs und Problemen bei der hormonellen Einstellung. Den Youtube-Kanal habe ich im Blog des Schilddrüsenguide gefunden.

(Update: Das Video wurde mittlerweile entfernt.)

Jeder fünfte Patient psychosomatisch erkrankt?

Jeder fünfte Patient einer Hausarztpraxis sei psychosomatisch erkrankt, behauptet ein Artikel im Ärzteblatt. Diese Einschätzung stammt aus einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), die damit ihr therapeutisches Angebot bewirbt:

Rund zwanzig Prozent aller deutschen Hausarzt-Patienten leiden an körperlichen Beschwerden, für die es keine ausreichende organische Erklärung gibt. Die Symptome der sogenannten somatoformen Störungen reichen von Kopf- oder Rückenschmerzen über Erschöpfung und Atemnot bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Deren Behandlung ist meist schwierig und kostspielig.

Nun, ein Teil der genannten Beschwerden könnte durchaus von einer übersehenen Schilddrüsenerkrankung stammen: Besonders eine anhaltende Erschöpfung ist verdächtig, auch Spannungskopfschmerz kann von der Schilddrüse kommen. Bei Erschöpfung mit ungeklärter Ursache wäre es also sinnvoll, die Betroffenen in eine endokrinologische Praxis zu überweisen, vielleicht auch zu anderen Fachärzten.

Nur weil ein Hausarzt nicht auf die Ursachen diverser Symptome stößt, müssen die Beschwerden noch lange nicht psychosomatisch bedingt sein. Auch manche Arten von Kopf- und Rückenschmerzen lassen mich eher an Neurologie und Physiotherapie denken als an psychosomatische Therapien.