Vorsorge-Online: Desinformation zur Schilddrüse

Im Newsletter der Ärztezeitung habe ich von einem Portal gelesen, das Informationen zur Früherkennung von Schilddrüsenleiden enthalten soll, und mich auf Vorsorge-Online.de umgesehen. Der dortige Webtext und das Faltblatt zur Schilddrüse behaupten, Jodmangel sei die häufigste Ursache der Unterfunktion, und Jodsalz und Jodtabletten die „Basistherapie“ bei Schilddrüsenerkrankungen. Ich habe in einem Leserkommentar bei der Ärztezeitung darauf hingewiesen, dass dieser pauschale Tipp gefährlich werden kann, wenn er von Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion oder deren Behandlern in die Tat umgesetzt wird.

Die Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow werden im Text zwar knapp erwähnt, aber nicht als mögliche Ursachen eines Kropfs benannt. Es wird auch kein Zusammenhang zwischen Hashimoto und einer Schilddrüsenunterfunktion hergestellt, da ja der Jodmangel als angebliche Hauptursache der Hypothyreose dargestellt wird. Andererseits heißt es dort auch, dass TSH-Werte durch eine „regelmäßige Jodzufuhr (…) erhöht sein“ können, warum auch immer. Außerdem werden im Text die Schilddrüsenwerte T3 und T4 erwähnt, deren Messung heute nicht mehr sinnvoll ist – die freien Hormonwerte (fT3 und fT4) sind genauer.

Welchen Zweck hat so ein verwirrendes Portal, hinter dem gleich mehrere Professoren der Medizin stehen? Sehen wir uns die Macher näher an. Weiterlesen

Tageslicht macht gute Stimmung

Habt ihr auch bemerkt, wie schnell die Tage derzeit länger werden? Wenn man nicht das Kalenderjahr, sondern den gesamten Lauf der Sonne betrachtet, haben wir das finsterste Drittel schon hinter uns. Bei vielen Menschen steigt auch die Laune, wenn es auf den Frühling zu geht. Das ist weniger die Vorfreude auf die warme Jahreszeit, sondern hat vor allem mit der steigenden Lichtstärke zu tun.

Das lässt sich gezielt nutzen, indem man tagsüber vor die Tür geht und sich dem natürlichen Licht aussetzt. Das senkt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, hebt die Laune und kann sogar vor einer Winterdepression bewahren, unter der manche Menschen in der dunklen Jahreszeit leiden. Am besten klappt das bei blauem Himmel, aber auch bei bedecktem Wetter bringt es einiges. Nur Vitamin D kann man um diese Jahreszeit in Mitteleuropa noch nicht bilden.

Ich habe mir Ende Dezember in meinem elektronischen Kalender für jeden Tag um die Mittagszeit „Tageslicht tanken“ eingetragen und bekomme sogar automatisch eine Mail zugesandt, die mich täglich vor die Tür schickt. Manchmal klappt das tatsächlich. Ich habe zwar keine Winterdepression, bin aber im Winter schon in einer etwas gedämpfteren Stimmung als im Sommer, und an sonnigen Tagen besser gelaunt als bei trübem Wetter. Außerdem kann Tageslicht am Vormittag oder um die Mittagszeit den Schlafrhythmus normalisieren – ich werde nämlich schnell zur Nachteule, wenn ich nicht bewusst dagegen halte.

Wer das nur selten schafft, könnte auch eine Tageslichtlampe zur Lichttherapie verwenden. Aber ein Spaziergang bietet zusätzlich Bewegung und frische Luft. Wahrscheinlich wäre ein eigener Hund der beste Tageslichttherapeut.

Zum Weiterlesen: Alternativen zur Winterdepression