Überfunktion

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion

Während eine Unterfunktion die Abläufe im Körper verlangsamt, beschleunigt eine Schilddrüsenüberfunktion den gesamten Stoffwechsel. Das kann vielerlei Symptome mit sich bringen: Das Herz schlägt schneller, der Ruhepuls ist zu hoch, oft auch der Blutdruck. Meistens nimmt das Gewicht ab, selbst wenn der Appetit stark ist und große Portionen verdrückt werden. Auch die Verdauung läuft beschleunigt ab. Schnell wachsende Haare und Nägel sind ebenfalls typisch.

Die Betroffenen sind nervös und unruhig. Sie können sich schlecht entspannen, kommen nur schwer zur Ruhe und haben Schlafprobleme. Die psychischen Symptome können von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen – manche leiden schon unter einer leichten Schilddrüsenüberfunktion, andere fühlen sich davon angenehm beschwingt und fühlen sich erst bei einer starken Überfunktion überreizt. Die Anspannung kann sich auch zu Ängsten steigern, die nicht mit einer psychischen Erkrankung verwechselt werden dürfen. Wenn erst mal Verdacht geschöpft wurde, ist eine Überfunktion nicht schwer zu diagnostizieren.

Diagnostik der Schilddrüsenüberfunktion

Ist der TSH-Wert zu niedrig, ist das oft ein erster Hinweis auf das Problem: Der erniedrigte Wert zeigt eine Tendenz zur Überfunktion an. Wie stark sie tatsächlich ausfällt, zeigt sich anhand der freien Hormonwerte, die jeder Hausarzt zusammen mit dem TSH-Wert messen lassen kann. Wenn eine Überfunktion festgestellt wird, sollte aber möglichst bald ein Spezialist konsultiert werden. Auch einem zu niedrigen TSH-Wert sollte nachgegangen werden. Die weitere Behandlung hängt davon ab, welche Ursache dahinter steckt – und die sollte in jedem Fall festgestellt werden, auch wenn der Leidensdruck noch nicht groß sein sollte.

Die wichtigsten Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion sind:

  • Frühstadium der Hashimoto-Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Autonomie / heiße Knoten

Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die mit der Hashimoto-Thyreoiditis verwandt ist. Hier kann die Überfunktion aber wesentlich dramatischer ausfallen als bei Hashimoto. Eine ausgeprägte Basedow-Überfunktion muss unbedingt behandelt werden – hier helfen Schilddrüsenhemmer. Sie müssen sorgfältig dosiert werden, die freien Hormone sollten im Normalbereich liegen.

Die Therapie mit Schilddrüsenhemmern sollte bei Basedow mindestens ein Jahr lang dauern, danach werden die Hemmer ausgeschlichen. Falls der Basedow-Schub auf diese Weise nicht eingedämmt werden kann oder trotz optimaler Behandlung bald nach dem Absetzen ein Rückfall auftritt, wird die Schilddrüse per Operation entfernt. Die benötigten Hormone werden dann als Tabletten eingenommen.

Eine Autonomie liegt meistens als heiße Knoten vor: Sie produzieren Schilddrüsenhormone unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Hier helfen Medikamente nur provisorisch, bis die Knoten per Operation oder Radiojodtherpie beseitigt werden. Nicht betroffene Teile der Schilddrüse bleiben den Betroffenen erhalten. Falls das verbleibende Schilddrüsengewebe nicht ausreicht, um die benötigten Hormone zu produzieren, sind Symptome der Schilddrüsenunterfunktion möglich, die mit Thyroxin behandelt werden können.

Zusätzliches Jod sollte bei einer Schilddrüsenüberfunktion gemieden werden: Jodtabletten sind auch dann gefährlich, wenn die Überfunktion zusammen mit einem Kropf auftritt, Meeresalgen können ähnlich riskant sein. Auch Seefisch und Jodsalz sollten weggelassen werden. Unjodiertes Meersalz ist aber kein Problem.

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