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Erhöhter TSH-Wert – wirklich unbedenklich? — 4 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis auf die neue Veröffentlichung. Mein (vor allem psychisches) Befinden war zum Zeitpunkt der Hashimoto-Diagnose trotz des nur mäßig erhöhten TSH-Werts von etwa 5 miserabel. Vor allem Konzentrationsschwierigkeiten und Lethargie haben meine Leistungsfähigkeit merklich eingeschränkt. Insofern bin ich froh, dass meine Ärztin damals nicht gezögert hat, mir L-Thyroxin zu verschreiben.

    • Ein TSH um 5 – so weit habe ich es zum Glück nicht gebracht … deshalb sagt mir persönlich der fT4-Wert mehr. Spätestens wenn er ins untere Viertel eines gängigen Normalbereichs absackt, setzt das Namensgedächtnis gelegentlich aus und ich habe die Namen wichtiger Leute nicht parat.

      Eine Weile habe ich darauf geachtet, ob ich bei anderen Betroffenen davon lese, einige Leute mit Unterfunktion (oder Verdacht auf Unterfunktion) auf dieses Phänomen angesprochen und mehrere Treffer gelandet. Unter anderem bei einem Bekannten, der der Meinung war, Thyroxin hätte bei ihm gar keine merkliche Wirkung. Wenn man nicht weiß, was alles an den Hormonen dranhängen könnte, fällt es wohl weniger auf. (Und man müsste ja laut Arzt seine ganz leichte Unterfunktion eigentlich noch nicht behandeln – wie sein Arzt eine leichte Schilddrüsenunterfunktion definierte, weiß ich aber nicht.)

  2. Hier sind leider wieder mal endokrinologische Dogmatiker am Werke, die unbedingt den TSH-Wert als Maßstab für alle SD-Erkrankungen heranziehen wollen.
    Die Frage ist immer: Was treibt diesen TSH-Wert hoch und hat der Patient irgendwelche gesundheitliche Probleme, wie rapider Gewichtsanstieg, Müdigkeit, Energielosigkeit, Depressionen und Panikattacken?
    Ich verstehe nicht, wie man sich so an den Hypopyhsenwerte TSH hängen kann und dieser entscheiden soll, ob der Patienten eine Therapie mit Thyroxin braucht oder nicht.
    Im Zeitalter, wo die chronische Autoimmunthyreopathie vom Typ Hashimoto-Thyreoditis bald zu einer Volkskrankheit mutiert, kommt mir diese Vorstellung, sich am TSH-Wert über 10 mU/L bei der Thyroxingabe zu orientieren, als ein massiver Schlag ins Gesicht aller chronischen SD-Kranken vor. Dert TSH-Wert ist nicht die „eierlegende Woll-Milch-Sau“ für die Ärzte, wenn es um die SD geht.

  3. Nachträglich fällt mir auf, dass sich in dieser Debatte zwei Fragen zu sehr vermischen: Geht es um die Behandlung erhöhter TSH-Werte bei Zufallsbefunden (womöglich ohne Hashimoto und Beschwerden) oder um Hashimoto-Betroffene, die man frühzeitig behandeln könnte? In der Fachliteratur wird das auch nicht konsequent unterschieden, siehe der oben verlinkte Artikel.

    Beim Schwabinger Gesundheitsforum war übrigens ein Endokrinologe anwesend, der nach den Vorträgen im kleinen Kreis noch von seinen eigenen Werten erzählte – es war mal ein TSH-Wert von 5 festgestellt worden, aber seine Schilddrüse sei gesund (er wirkte tatsächlich schlank und munter). Vielleicht pulsiert ja seine TSH-Ausschüttung stärker als bei den meisten Leuten, wer weiß …

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