Schilddrüse und Vitamin-A-Mangel

In der Unterfunktion und in der Überfunktion kann unser Stoffwechsel das Provitamin Betacarotin aus pflanzlicher Nahrung nicht mehr ausreichend in Vitamin A umwandeln. Wird das Schilddrüsenproblem behandelt, sollte sich dieses Problem wieder geben und Lebensmittel wie Karotten oder Kürbis besser zur Vitamin-A-Versorgung beitragen. Trotzdem kann man sich nicht darauf verlassen, optimal versorgt zu sein, denn eine Hashimoto-Thyreoiditis oder andere Entzündungen können den Bedarf erhöhen. Deshalb habe ich das Grundlagenbuch um ein Kapitel zu Vitamin A und Betacarotin erweitert.

Ein möglicher Vitamin-A-Mangel ist besonders für Menschen ein Thema, deren Schilddrüsenproblem erst seit kurzem behandelt wird sowie für solche, die keine Leber oder Leberwurst essen. Da letzteres mittlerweile auch auf mich zutrifft, habe ich letztes Jahr rund fünf Monate lang den auf Gesunde bezogenen Tagesbedarf (rund 800 µg RE) in Form von frei verkäuflichen Vitamin-A-Kapseln eingenommen: Eine 100er Packung aus der Apotheke und danach ein anderes Präparat, das auch etwas Vitamin A enthielt.

Eigentlich wollte ich im Herbst prüfen lassen, was dabei herausgekommen war, doch im Labor des Endokrinologen klappte das nicht auf Anhieb. Aber im April ist es mir gelungen, den Vitamin-A-Wert zum Preis von ca. 21 Euro als Selbstzahlerin ermitteln zu lassen. Das Resultat ist durchaus interessant.

Symptome und Behandlung eines Vitamin-A-Mangels

Mein Vitamin-A-Wert ist mit 0,5 mg/l niedrig-normal (Referenzbereich 0,2 bis 1,2 mg/l). Damit muss man zwar nicht gleich befürchten, das bekannteste Symptom eines Vitamin-A-Mangels – die Nachtblindheit – zu bekommen. Aber es ist möglich, dass die Haut, die Augen und diverse Schleimhäute nicht mehr optimal versorgt sind und Trockenheit begünstigt wird. Jedenfalls erscheint mir mein Wert ausbaufähig.

Deshalb habe ich mir jetzt höher dosierte Vitamin-A-Kapseln besorgt, um den Speicher aufzufüllen: Ich nehme die Vitabay Kapseln mit 10.000 IE bzw. 3.000 µg RE, das entspricht fast dem vierfachen Tagesbedarf. Davon nehme ich zum Einstieg zwei Kapseln pro Tag, später eine, und sobald die 120 Stück aufgebraucht sind, habe ich mir eine Kontrolle vorgenommen. Update folgt …

Nachtrag: Ich habe gesehen, dass die Vitamin-A-Kapseln von Fairvital mittlerweile rein pflanzlich und frei von Leber sind (wichtig bei Histamin-Intoleranz). Das gilt für die Kapseln mit 10.000 IE und für diejenigen mit 25.000 IE. Sie gibt es bei Amazon und Ebay (bei Ebay kann man auch die einzelne Packung versandkostenfrei direkt bei Fairvital bestellen, dann liegt noch ein dicker Katalog bei – Papiersparer kaufen besser bei Amazon). Nun habe ich mir für die erste Zeit eine Packung der höher dosierten Kapseln bestellt und werde mir die bereits gekauften Vitabay-Kapseln als Erhaltungdosis aufheben – bei einer Haltbarkeit von über zwei Jahren ist das ja kein Problem. Allerdings sollte Vitamin A in jedem Fall dunkel und nicht zu warm aufbewahrt werden.

Weitere Vitamin-A-Einnahme und Retinolwert

Update August 2017: Nachdem ich die Packung mit 90 Tabletten a 25.000 IE Vitamin A aufgebraucht hatte, habe ich drei Monate pausiert und danach über sechs Monate zwei weitere Packungen konsumiert. Danach folgten wieder drei Monate Pause und nun habe ich den Retinolwert im Rahmen einer Blutentnahme wieder überprüfen lassen. Das Labor meines Hausarztes hat zwar einen etwas engeren Referenzbereich, aber dennoch ist zu erkennen, dass sich das Bild kaum verändert hat – der Wert liegt weiterhin in der unteren Hälfte. Die aktuellen 556 µg/l (Referenzbereich 300 bis 1100) sind umgerechnet 5,6 mg/l Retinol und entsprechen ungefähr dem Wert vom Vorjahr.

Also alles wie gehabt? Nicht wirklich, denn die rauen Stellen an meinen Ellbogen sind verschwunden. Damit sie nicht wiederkommen, werde ich wieder mit Vitamin A anfangen, zumal manche Hautstellen wieder etwas trockener aussehen, z.B. zwischen den Zehen. Da es sich nicht um einen unmittelbaren Speicherwert handelt und ich aus den bisher ermittelten Laborwerten keinen dauerhaften Tagesbedarf von 25.000 IE ableiten kann, werde ich den Retinolwert nächstes Jahr mal wieder kontrollieren lassen.

Das jüngste Ergebnis zeigt aber bereits, dass eine Vitamin-A-Einnahme, die den angeblichen Tagesbedarf überschreitet, nicht in jedem Fall übertrieben oder gar gefährlich sein muss. Bei den oben verlinkten Vitamin-A-Kapseln mit je 25.000 IE entsprechen 10 Stück knapp 200 Gramm Schweineleber. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) tendiert dazu, den Bedarf an Vitaminen eher knapp anzugeben, im Fall von Vitamin D viel zu knapp.

Vitamin A – nicht nur wegen der Schilddrüse ein Thema

Vielleicht möchte das jemand zum Anlass nehmen, den eigenen Vitamin-A-Wert ebenfalls prüfen zu lassen – besonders für Schilddrüsen-Patientinnen und Vegetarier kann das interessant sein, außerdem für Menschen mit Diabetes und anderen chronischen Krankheiten, vor allem wenn Entzündungen beteiligt sind. Falls bei der Messung ein Wert unterhalb des Referenzbereichs heraus käme, könnte man sich hoch dosiertes Vitamin A auch als Kassenleistung verschreiben lassen.

Allerdings sinkt der im Labor gemessene Vitamin-A-Wert im Plasma erst dann stark ab, wenn der Speicher in der Leber fast leer ist. Somit eignet sich der Wert eher, um zu erkennen, dass bei einem mäßigen Wert noch Spielraum für eine Einnahme vorhanden ist.

RE = Retinol-Äquivalente
IE = Internationale Einheiten

Bearbeitungsstand des Artikels: 6. September 2017

Amazon-Links sind Werbelinks. Fairvital hat zwei Packungen Vitamin A als Testprodukte zur Verfügung gestellt, meine Meinung oder gar die Laborwerte hat das natürlich nicht beeinflusst.


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