Wenn das Ultraschallbild (auch Sonogramm genannt) Knoten zeigt oder andeutet, kann zur weiteren Abklärung der Knoten eine Szintigrafie in einer nuklearmedizinischen oder radiologischen Praxis notwendig werden. Auch bei einer Überfunktion mit unklarer Ursache ist das oft sinnvoll.

Für Schwangere und stillende Mütter kommt eine Szintigrafie wegen der Strahlung aber nicht in Frage und sollte verschoben werden. Endokrinologische Praxen führen generell keine Szintigrafie durch.

So funktioniert die szintigrafische Untersuchung

Zur Vorbereitung wird leicht radioaktives Technetium in die Blutbahn gespritzt, das sich für kurze Zeit in der Schilddrüse einlagert: Die Schilddrüse kann Technetium nämlich nicht von Jod unterscheiden. Nach einer gewissen Wartezeit misst ein Gerät die Aktivität der Schilddrüse, während Sie ruhig vor dem Apparat sitzen oder darunter liegen.

Das Resultat der Untersuchung wird in einem bunten Szintigramm dargestellt, das Sie sich als Computerausdruck oder CD mit nach Hause nehmen dürfen. Die unterschiedlichen Farben der Schilddrüse zeigen an, wie stark sie das Technetium gespeichert hat. Zusätzlich ist der Uptake in Prozent angegeben. Daraus lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen. Das Bild oben zeigt eine Schilddrüse mit einem grenzwertig hohen Uptake von 2%.

Der Uptake wird durch eine Behandlung mit Schilddrüsen-Medikamenten verändert. Das betrifft sowohl Schilddrüsenhormone und -hemmer als auch Jodtabletten und jodhaltige Multipräparate zur Nahrungsergänzung.

Wann eine Szintigrafie sinnvoll ist

Allein zur Hashimoto-Diagnostik ist eine Szintigrafie nicht zwingend nötig. Ein erniedrigter Technetium-Uptake kann allerdings auf eine Unterfunktion, auf Hashimoto oder eine andere Art von Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) hinweisen. Eine Hashimoto-Schilddrüse kann in der Szintigrafie aber auch unauffällig erscheinen.

Ansonsten eignet sich eine Szintigrafie, um eine Hashitoxikose – also die Überfunktion, mit der Hashimoto oft beginnt – von einer Basedow-Überfunktion zu unterscheiden, falls hier Zweifel bestehen. Typisch für Morbus Basedow wäre ein hoher Uptake, der sich gleichmäßig über die Schilddrüse verteilt. Auch im Fall eines Jodmangels ist ein eher hoher Uptake möglich, weil die Schilddrüse den Jod-Ersatz Technetium ebenfalls gierig aufnimmt.

Wenn jemand noch keine Schilddrüsenhormone nimmt oder sie mehrere Wochen vor der Untersuchung abgesetzt hat, lassen sich im Szintigramm kalte Knoten recht gut erkennen. Kalte Knoten produzieren keine Hormone und können sich in 3 bis 5 % der Fälle zu Krebs weiterentwickeln, das gilt besonders für Einzelknoten (Solitärknoten). Wenn nötig, kann per Feinnadelpunktion (Biopsie) eine Gewebeprobe des Knotens entnommen und anschließend genauer untersucht werden.

Sonderfall heiße Knoten im Szintigramm

Heiße Knoten (auch fokale Autonomien oder autonome Adenome genannt) sind praktisch immer gutartig. Sie produzieren aber unabhängig (autonom) vom tatsächlichen Bedarf des Körpers Schilddrüsenhormone, was zu einer Überfunktion führen kann (Link zu Kapitel 1.3). Sie sind nicht vom TSH gesteuert und werden manchmal in einer Szintigrafie erkannt.

Am besten können heiße Knoten per Suppressions-Szintigrafie festgestellt werden: Zur Vorbereitung wird vorübergehend eine so hohe Dosis Hormone eingenommen, dass die TSH-Ausschüttung unterdrückt (supprimiert) ist und die autonom arbeitenden Bereiche der Schilddrüse gut im Szintigramm erkennbar sind. Warum die Autonomie ursprünglich entstanden ist, besonders ob in früheren Jahren ein Jodmangel vorlag oder nicht, kann die Szintigrafie aber nicht klären.

Eine Szintigrafie nur zur Kontrolle?

Regelmäßige Kontroll-Szintigrafien sind in manchen Praxen üblich, aber allein wegen Hashimoto oder einer Unterfunktion an sich nicht nötig. Auch die Größe eines bereits szintigrafisch untersuchten Knotens kann normalerweise im Ultraschall beobachtet werden. Sie dürfen genau nachfragen, wenn häufig eine Szintigrafie angesetzt wird – immerhin ist es Ihr Körper, der die geringe Strahlenbelastung abbekommt und womöglich mehrere Wochen lang ohne die gewohnte Thyroxindosis auskommen muss: Schilddrüsenhormone beeinflussen den Uptake und werden deshalb vor der Untersuchung oft abgesetzt.

Nächstes Kapitel: Oder doch Jodmangel?