Nun kommen wir zum Gegenteil der Unterfunktion: Eine Überfunktion (Hyperthyreose) bedeutet, dass die Schilddrüse zu viele Hormone freisetzt. Dadurch laufen praktisch alle körperlichen Vorgänge schneller ab.

Direkt zum nächsten Kapitel dieses Ratgebers springen: Die Hashimoto-Thyreoiditis und ihre Auslöser

Körperliche Symptome der Überfunktion

Während eine Unterfunktion die Abläufe im Körper verlangsamt, beschleunigt eine Schilddrüsen-Überfunktion den gesamten Stoffwechsel. Das kann vielerlei Symptome mit sich bringen: Das Herz schlägt rascher, der schnelle Puls kann sich wie Klopfen im Hals oder in den Ohren anfühlen, und bei starker Überfunktion kommen oft zittrige Hände hinzu.

Meistens nimmt das Gewicht ab, selbst wenn der Appetit stark ist und große Portionen verdrückt werden. Auch die Verdauung läuft beschleunigt ab, was bis zum Durchfall gehen kann. Das Gewicht nimmt meistens ab, obwohl der Appetit größer ist. Haare und Nägel wachsen schneller, das Haar kann fein und weich sein, oft kommt es aber zu Haarausfall. Wärme wird nicht mehr gut vertragen, die Erkrankten bevorzugen dünnere Kleidung und leichtere Bettdecken als vor der Überfunktion.

Der allmähliche Muskelschwund vermindert die körperliche Kraft. Auch die Schlafprobleme tragen zur Erschöpfung bei. Bei Frauen im fruchtbaren Alter kommen Zyklusstörungen hinzu, oder die Menstruation bleibt zeitweise ganz aus.

Psychische Symptome der Überfunktion

Die Betroffenen sind nervös und unruhig. Sie können sich schlecht entspannen, kommen nur schwer zur Ruhe und haben Schlafprobleme. Die psychischen Symptome können von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen – manche leiden schon unter einer leichten Schilddrüsen-Überfunktion, andere fühlen sich durch einen gesteigerten Antrieb angenehm beschwingt und sind erst bei einer starken Überfunktion überreizt.

Auch Stimmungsschwankungen oder erhöhte Aggressivität sind möglich, sodass das Leben in vielerlei Hinsicht anstrengender wird. Die Anspannung kann sich aber auch zu Ängsten steigern, die nicht mit einer psychischen Erkrankung verwechselt werden dürfen. Wenn erst mal Verdacht geschöpft wurde, ist eine Überfunktion nicht schwer zu diagnostizieren.

Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion

Die wichtigsten Ursachen einer Schilddrüsen-Überfunktion sind:

  • Frühstadium der Hashimoto-Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Autonomie / heiße Knoten
  • extrem hohe Jodaufnahme auch bei gesunder Schilddrüse

Bei einer Überfunktion muss erst die Ursache geklärt werden, damit die passende Behandlung eingeleitet werden kann. Schilddrüsenhemmer sind nicht generell die richtige Therapie: Sie sind vor allem bei Morbus Basedow sinnvoll, bei anderen Ursachen einer Überfunktion kommen sie manchmal als Übergangslösung in Frage. Zur jahrelangen Dauertherapie eignen sie sich normalerweise nicht. Wenden Sie sich am besten an eine Facharztpraxis, auch wenn der Leidensdruck derzeit nicht groß sein sollte.

Die Autoimmunerkrankungen Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow sind eine Frage der Veranlagung. Eine hohe Jodzufuhr kann dazu führen, dass eine dieser Krankheiten tatsächlich ausbricht. Dafür genügt wahrscheinlich auch eine sehr jodreiche Ernährung, die über längere Zeit aufrecht erhalten wird. Bei Morbus Basedow kann die Überfunktion allerdings viel dramatischer ausfallen als bei Hashimoto. Die Krankheiten können allerdings auch ineinander übergehen.

Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion

Eine ausgeprägte Basedow-Überfunktion muss unbedingt behandelt werden – hier helfen Schilddrüsenhemmer. Sie müssen sorgfältig dosiert werden, dabei sollten die freien Hormone möglichst im Normalbereich liegen. Bei einer Autonomie bzw. heißen Knoten kommen Hemmer nur als Übergangslösung in Frage, bis das Problem per Radiojodtherapie oder Operation beseitigt ist.

Bei Morbus Basedow dauert die Therapie mit Schilddrüsenhemmern je nach Verlauf etwa Jahr lang. In dieser Zeit müssen verschiedene Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden. Dafür ist normalerweise eine Facharztpraxis notwendig, da Hausarztpraxen zu wenig Budget und oft auch zu wenig Erfahrung haben. War die Behandlung erfolgreich, werden die Hemmer ausgeschlichen.

Falls der Basedow-Schub durch die Hemmerbehandlung nicht eingedämmt werden kann oder trotz optimaler Behandlung bald nach dem Absetzen ein Rückfall auftritt, wird meistens empfohlen, die Schilddrüse per Operation entfernen zu lassen. Als Basedow-Patientin können Sie aber auch auf einen zweiten Versuch mit Tabletten bestehen, bevor operiert wird – besonders wenn in der ersten Behandlung einiges nicht ideal lief. Ist die Schilddrüse nicht mehr da, nehmen die Betroffenen die benötigten Hormone als Tabletten ein.

Allgemeine Empfehlungen für Betroffene

Bei einer Überfunktion sollte möglichst bald die Ursache geklärt werden, damit die passende Behandlung eingeleitet werden kann. Machen Sie sich bitte auch selbst kundig, denn manches Schilddrüsenproblem könnte Sie länger begleiten.

Zusätzliches Jod sollte bei einer Schilddrüsen-Überfunktion gemieden werden: Jodtabletten sind auch dann gefährlich, wenn die Überfunktion zusammen mit einem Kropf auftritt, Meeresalgen können ähnlich riskant sein. Auch Seefisch (Meeresfisch) und Jodsalz sollten weggelassen werden. Unjodiertes Meersalz ist aber kein Problem – es enthält viel weniger Jod, als die meisten Menschen vermuten.

E-Book zur ÜberfunktionEigenwerbung: Mehr Informationen zur Diagnose und Behandlung der Überfunktion erhalten Sie im Ratgeber “Schilddrüsen-Überfunktion. Mit mehr Wissen zur richtigen Diagnose und Behandlung”.

Als Taschenbuch nur bei Amazon erhältlich. Wer kein Amazon-Kunde werden will, kann das Buch auch per Mail bei der Autorin bestellen (siehe Impressum).

Bei Amazon ist auch das E-Book verlinkt, das Sie auf einem Kindle oder dem PC lesen können. Für Reader von Sony, Tolino oder Kobo ist das E-Book auch im Xinxii-Shop erhältlich.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

.

.

Nächstes Kapitel dieses Online-Ratgebers: Die Hashimoto-Thyreoiditis und ihre Auslöser

Liebe Google-Besucher, Sie befinden sich im Online-Ratgeber „Schilddrüsen-Unterfunktion, Hashimoto und Hormone“, welcher auch ein Kapitel zur Überfunktion enthält.