Ein- und Durchschlafstörungen können von individuell zu niedrigen und besonders von zu hohen Schilddrüsenwerten ausgelöst oder verstärkt werden: Schlafstörungen sind typische Symptome einer Überfunktion (Link zu Kapitel 1.3 dieses Online-Ratgebers). Werte im Normalbereich schließen das Problem nicht zwingend aus – schon Schilddrüsenwerte leicht über dem persönlichen Optimum können den Schlaf beeinträchtigen. Dann sollte es helfen, die L-Thyroxin-Dosis besser anzupassen (Link zu Kapitel 3.8).

Schlafprobleme können aber auch andere körperliche und seelische Ursachen haben, zum Beispiel eine Fibromyalgie oder eine Depression. Bei Frauen könnten auch die Wechseljahre Schlafstörungen mit sich bringen (siehe die folgenden Kapitel über Sexualhormone). Eine Schlaf-Apnoe mit Schnarchen und Atem-Aussetzern wird durch Übergewicht und Diabetes begünstigt. Grundsätzlich ist es sinnvoll, Schlafprobleme mit dem Hausarzt zu besprechen.

Schlaftabletten verschreiben lassen?

Es wäre bei einem Schilddrüsenproblem durchaus möglich, gelegentlich ein Schlafmittel zu nehmen, wenn Sie am Morgen danach ausschlafen können und kein Auto oder Fahrrad lenken oder Maschinen führen müssen. Die so genannten Z-Substanzen wie Zopiclon und Zolpidem bewirken, dass Sie bald einschlafen. Sie sind verschreibungspflichtig.

Die Halbwertszeit derartiger Medikamente ist unterschiedlich lange, hinzu kommt: Wenn Sie noch in der Unterfunktion sind, könnte es sein, dass sich das Schlafmittel im Körper verlangsamt abbaut. Bei täglicher Einnahme machen die Z-Substanzen allerdings schnell abhängig, sodass man bald nicht mehr ohne diese Tabletten einschlafen kann: Sie sind eher für den Ausnahmefall geeignet und sollten höchstens wenige Tage hintereinander genommen werden.

Es gibt aber auch Psychopharmaka zur täglichen Einnahme, die das Einschlafen erleichtern und etwas anders wirken als Schlaftabletten. Lassen Sie sich bei Bedarf gut beraten, damit das Medikament zu Ihrer Situation passt. Wer täglich etwas für den Schlaf einnehmen möchte, könnte es zuerst mit einem frei verkäuflichen pflanzlichen Präparat versuchen (siehe ein später folgendes Kapitel). Auch Magnesium kann ein wenig zur Entspannung beitragen – bei Schlafproblemen nehmen Sie es abends ein.

Lebensstil und Schlafstörungen

Bevor Sie sich Schlaftabletten verschreiben lassen, lohnt es sich, den eigenen Lebensstil sorgfältig zu überprüfen: Noch am späten Nachmittag oder am Abend Kaffee zu trinken, kann bei manchen Menschen den Schlaf stören. Alkohol kann zwar das Einschlafen erleichtern, wirkt sich aber insgesamt nachteilig auf den Schlaf aus. Rauchen könnte ebenfalls zu Schlafproblemen führen, falls es in der Nacht ohne das gewohnte Nikotin zu Entzugserscheinungen kommt.

Gegen Störungen durch Lärm können Ohrstöpsel helfen, die es aus verschiedenen Materialien gibt. Wenn Sie ein passendes Produkt gefunden haben, werden Sie sich schnell daran gewöhnen und gar nicht mehr ohne schlafen wollen. Liegt man im Bett und kann nicht einschlafen, sollte man nicht ständig auf die Uhr sehen, das verschlimmert das Problem noch. Besser ist es, einige Seiten eines nicht aufregenden Buchs zu lesen und es danach noch einmal zu versuchen.

Auch Kleinigkeiten können etwas ausmachen: Nicht jeder Mensch verträgt in den letzten Stunden vor dem Einschlafen Krimiserien oder Actionfilme. Sehr empfindliche Menschen können schon durch anregende Musik zu sehr aufgeputscht werden, manche auch durch eine kontroverse Diskussion im Internet, die ihnen nicht mehr aus dem Kopf geht.

Schlaf, Licht und Melatonin

Wer abends den Computer oder das Smartphone nutzt, sollte darauf achten, dass ein Blaulichtfilter installiert und aktiviert ist. Das schont die Augen und verhindert, dass die Ausschüttung des Hormons Melatonin durch das blaue Licht gebremst wird.

Auch die restliche Beleuchtung sollte am späteren Abend nicht zu hell oder gar grell sein. Im Schlafzimmer selbst sollte es so dunkel wie möglich sein. Wenn die Straßenlaterne oder der Vollmond ins Zimmer scheint, ist es besser, die Vorhänge zuzuziehen, den Rollladen herunter zu lassen oder eine Schlafmaske aufzusetzen.

Melatonin ist auch als verschreibungspflichtiges Medikament verfügbar. Empfehlenswert ist die Anwendung aber nicht, weil langfristige Erfahrungen noch fehlen. Außerdem sind verschiedene Nebenwirkungen möglich. Und so bleibt es oft die beste Lösung, in erster Linie beim Lebensstil anzusetzen.

Ein täglicher Spaziergang oder Wege mit dem Rad, ausreichend Bewegung und relativ regelmäßige Schlafenszeiten bauen Stress ab und wirken sich günstig auf den Schlaf aus. Intensiver Sport sollte aber nicht mehr zu später Stunde getrieben werden, da er manche Menschen wach hält. Wer für Schlafprobleme keine Ursache und passende Lösung findet, könnte sich in einem Schlaflabor genauer untersuchen lassen.

Link: Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): www.dgsm.de

Weiter geht es mit Teil 8 – Hashimoto und Ernährung