Vitamin K ist ein Sammelbegriff für zwei Vitamine, die ganz verschiedene Funktionen haben. Da sie früher bei der Messung zusammen erfasst wurden, haben sie einen gemeinsamen Namen. Mittlerweile unterscheidet man aber zwischen den Varianten K1 und K2.

Der Unterschied zwischen Vitamin K1 und K2

Pflanzliche Nahrung liefert uns das Vitamin K1, besonders viel davon ist in grünem Gemüse enthalten. Vitamin K1 fördert die notwendige Blutgerinnung. Da Störungen aufgrund eines Mangels sehr selten sind, nahm man lange an, die Bevölkerung sei insgesamt gut mit Vitamin K versorgt. Das gilt aber nicht unbedingt für K2, das andere Aufgaben hat und für die Knochen wichtig ist. Enthält die Nahrung genug Vitamin K1, sodass die Blutgerinnung sichergestellt ist, kann es in K2 umgewandelt werden.

Einige tierische Produkte versorgen uns direkt mit ein wenig K2: Vor allem Innereien und Eigelb, in zweiter Linie auch fetthaltige Milchprodukte, besonders wenn die Kühe mit Gras gefüttert werden oder selbst auf der Wiese weiden (Weidemilch, Weidebutter). Auch einige fermentierte Lebensmittel enthalten K2, besonders viel davon findet sich im traditionellen japanischen Lebensmittel Natto, das auch als Ausgangsstoff für hochwertige Vitamin-K2-Präparate dient. Vitamin K ist lichtempfindlich, die betreffenden Lebensmittel sollten dunkel gelagert werden.

Der menschliche Darm kann auch selbst ein wenig K2 bilden. Allerdings passiert das im unteren Darmabschnitt, der kaum fettlösliche Vitamine aufnimmt. Man kann also nicht unbedingt davon ausgehen, immer gut mit Vitamin K2 versorgt zu sein.

Die Bedeutung von Vitamin K2 für die Knochen

Vitamin K2 spielt eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit: Es aktiviert das Protein Osteocalcin, das für die Einlagerung von Kalzium und damit für feste Knochen und Zähne wichtig ist. In Japan ist es bereits üblich, dass Osteoporose-Patientinnen mit Vitamin K2 behandelt werden. Das wäre auch hierzulande bedenkenswert, weil sich die Vitamine D und K2 gut ergänzen und auch Vitamin K2 zum Erhalt normaler Knochen beiträgt. Bei Frauen mit niedriger Vitamin-K-Aufnahme ist das Risiko von Knochenbrüchen höher.

Link für Fachleute: Vitamin K and Bone (2017)
www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5726210/

Link: Frakturprophylaxe: Vitamin D immer mit Vitamin K2 kombinieren (Ärzteblatt 2016)
www.aerzteblatt.de/archiv/175404/Frakturprophylaxe-Vitamin-D-immer-mit-Vitamin-K2-kombinieren

Mittlerweile geht man davon aus, dass Vitamin K2 auch eine Rolle bei der Vorbeugung der Arteriosklerose spielen könnte, die umgangssprachlich Arterienverkalkung genannt wird. Weitere möglicherweise vorteilhafte Wirkungen werden noch erforscht.

Welches Vitamin K2 kaufen?

Vitamin-K2-Pärparate werden entweder synthetisch im Labor aus Blumenölen hergestellt, oder aus Fermentation gewonnen. Grundlage dabei ist das Lebensmittel Natto, das auf Soja und Bakterienkulturen beruht. Beide Verfahren können hochwertiges Vitamin K2 erzeugen. (Bei der Fermentation entsteht allerdings auch Histamin, das bei starker Unverträglichkeit Probleme machen könnte.)

Vitamin-K-Einnahme (Foto von Kapseln)Vitamin K2 existiert in verschiedenen Formen: Am besten für den Körper verwertbar ist das so genannte „Vitamin K2 MK-7 all-trans“. Ein all-trans-Anteil von 100 % ist dabei nicht zwingend nötig und wäre überhaupt nur bei der synthetischen Herstellung möglich. Es könnte sich so oder so lohnen, Billigprodukte zu meiden und lieber in der Apotheke zu kaufen oder anderweitig auf etablierte Hersteller zu achten: Der Kauf von Vitamin K2 ist eine größere Vertrauenssache als bei vielen anderen Vitaminen.

Außerdem gibt es noch Vitamin K2 MK-4, das ebenfalls wirksam ist. In Japan hat man Tagesdosen von 45 Milligramm MK-4 erforscht. Hier ist die Bioverfügbarkeit geringer als beim MK-7, sodass eine höhere Dosis benötigt wird. Außerdem ist die Halbwertszeit beim Vitamin K2 MK-4 kürzer, weswegen eine gleichmäßige Einnahme noch wichtiger ist als bei MK-7.

Einnahme: Auch diese fettlöslichen Vitamine nehmen Sie zu den Mahlzeiten ein oder zusammen mit etwas Öl. Vitamin K sollte getrennt von Kalzium oder kalziumreichen Mahlzeiten genommen werden.

Falls Sie blutverdünnende Medikamente brauchen, sollten Sie kein Vitamin K1 einnehmen. In diesem Fall sollten Sie sich auch vor einer K2-Einnahme in der Apotheke beraten lassen, besonders zur Frage, ob es sich bei Ihrem Medikament eventuell um einen Vitamin-K-Antagonisten handelt.

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