Es gibt mehrere Kombinations-Präparate, die die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) enthalten. Hier eine Liste mit Präparaten aus Deutschland und Österreich:

  • Novothyral 75 enthält 15 µg T3 plus 75 µg T4
  • Novothyral 100 enthält 20 µg T3 plus 100 µg T4
  • Prothyrid 100 enthält 10 µg T3 plus 100 µg T4
  • Combithyrex mite enthält 12,5 µg T3 plus 50 µg T4
  • Combithyrex forte enthält 25 µg T3 plus 100 µg T4

Außerdem gibt es einige T3-Monopräparate:

  • Thybon 20 enthält 20 µg T3
  • Thybon 100 enthält 100 µg T3
  • Trijodthyronin Sandoz 25 enthält 25 µg T3
  • Liotir-Tropfen (aus Italien) enthalten und 0,7 µg T3 pro Tropfen und 20 µg T3 pro ml Lösung

Alle T3-Präparate sind genau wie T4-Tabletten (L-Thyroxin) verschreibungspflichtig. Deshalb ist es wichtig, sich gut mit einer Arztpraxis abzustimmen. Dieses Kapitel erklärt allgemein, wie eine Behandlung mit T3 erfahrungsgemäß am besten funktioniert. Das hoch dosierte Präparat Thybon 100 ist vor allem für Sonderfälle gedacht, zum Beispiel zur Vorbereitung auf eine Suppressions-Szintigrafie.

Zum Einstieg empfiehlt sich normalerweise eine möglichst niedrige Menge T3. Der T3-Gehalt der angebotenen Präparate sagt nichts über den ganz persönlichen Bedarf aus. Außerdem ist T3 besser verträglich, wenn Sie es einschleichen, also mit einer niedrigen Dosis beginnen (wie in Teil 3 für L-Thyroxin beschrieben). Besonders wichtig ist das vorsichtige Einschleichen bei Bluthochdruck sowie bei Herzproblemen, sofern T3 dann überhaupt in Frage kommt – klären Sie solche Fragen unbedingt beim behandelnden Arzt.

Der Beginn mit T3-Tabletten

Die L-Thyroxin-Einnahme von einem Tag auf den anderen auf ein Kombipräparat mit 10 oder gar 25 µg T3 umzustellen, ist eher nicht empfehlenswert: Das könnte in der ersten Zeit einige Symptome der Überdosierung verursachen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Pulsrasen oder Herzstolpern. Falls eine eingenommene T3-Dosis insgesamt zu hoch ist, können solche Beschwerden auch so lange bestehen bleiben, bis die T3-Dosis wieder reduziert oder abgesetzt wird.

Vorsichtig mit T3 beginnen kann man beispielsweise mit einer viertel Tablette Prothyrid 100, das entspricht einer Tagesdosis von 2,5 µg T3. Eine Einstiegsdosis von 5 µg erhalten Sie mit einer viertel Tablette Novothyral 100, mit einer halben Tablette Prothyrid 100 oder mit einer viertel Tablette des T3-Präparats Thybon 20. Manchen Menschen genügen kleine Dosierungen schon, vor allem wenn ihr fT3-Wert nicht allzu schlecht war.

Wer die Dosis verträgt, kann sie bis zur nächsten Blutentnahme beibehalten – ein Vorgehen in kleinen Schritten dürfte in den meisten Fällen empfehlenswert sein, damit Sie nicht mehr T3 nehmen als nötig. Besprechen Sie Ihren Fahrplan mit der behandelnden Ärztin, auch damit Sie rechtzeitig einen Termin zur Blutentnahme bekommen.

Wenn Sie mit einem Kombipräparat aus T3 und T4 beginnen und damit T3 vorsichtig einschleichen, nehmen Sie zumindest am Anfang nur eine Teildosis ein und damit auch nur einen Teil des eigentlich benötigten T4. Folglich brauchen Sie zusätzlich ein L-Thyroxin-Präparat, um auf die benötigte T4-Dosis zu kommen. Da sowohl Kombipräparate als auch reine L-Thyroxin-Tabletten geteilt werden können, lässt sich immer die passende Dosis zusammenstellen. Meistens ist das einfacher, wenn Sie L-Thyroxin in verschiedenen Stärken parat haben.

Wechselwirkungen zwischen TSH, T3 und T4

Die bisherige Dosis L-Thyroxin kann beim T3-Beginn vorerst beibehalten werden, falls nichts Konkretes dagegen spricht. Ob Sie am Ende mehr oder weniger L-Thyroxin als bisher brauchen werden, wenn Sie zusätzlich T3 einnehmen, kann niemand sicher vorhersagen – das wird sich anhand der nächsten Laborwerte und eventuell anhand Ihrer Symptome zeigen.

Falls Sie das näher interessiert: Möglicherweise steigt der Bedarf an L-Thyroxin etwas an, wenn durch die tägliche T3-Einnahme das TSH weiter sinkt und damit auch die Eigenproduktion der Schilddrüse abnimmt. Das gilt vor allem dann, wenn TSH durch die Hormoneinnahme noch nicht bis in den unteren Referenzbereich abgesenkt war und wenn die Schilddrüse noch zu einer spürbaren Eigenproduktion in der Lage ist.

Andererseits gehen manche Ärzte davon aus, dass man unter T3 weniger L-Thyroxin (T4) braucht als davor, und sehen es vereinfacht gesagt so, dass ein Teil des T4 durch das hinzu gekommene T3 ersetzt wird. Manche benutzen deshalb Umrechnungsformeln, die aber nicht allgemeingültig sind, sondern sich im Einzelfall bewähren müssen. Es können noch weitere Einflüsse eine Rolle spielen, nicht zuletzt, ob L-Thyroxin vor dem T3-Beginn eher etwas zu großzügig oder eher knapp dosiert war. Bei denjenigen, die keine Schilddrüse mehr haben, ist die Sache etwas einfacher, weil es keine hormonelle Eigenproduktion mehr gibt, die sich durch die T3-Einnahme verändern könnte, sondern die Schilddrüsenhormone komplett in Tablettenform eingenommen werden.

Für alle Konstellationen gilt: Es ist sinnvoll, eine verträgliche T3-Dosis mindestens vier, besser sechs Wochen zu halten und danach die Laborwerte zu überprüfen.

Nächstes Kapitel: T3-Einnahme und das TSH-Dilemma